Der Gott des Donners ist mit seinem dritten Kinoabenteuer am Start, und schlägt ein wie ein Blitz! Ich war im Kino, und habe mir Thor: Tag der Entscheidung, wie Ragnarok hierzulande heißt, angesehen. Wie mir der Film gefallen hat, lest ihr in meiner Kinokritik.

Thor: Tag der Entscheidung

Humor, Schicksal und eine tolle Schurkin

Nach zwei eigenständigen Filmen und Gastauftritten in den Avengers-Streifen ist Thor Odinson der Marvel-Held, der bisher am wenigsten persönliche Entwicklung durchmachen durfte. Diesem Umstand begegnet Regisseur Taika Waititi mit einer ordentlichen Brise Humor, einem persönlichen Schicksalsschlag und jeder Menge Sympathiepunkten für den blonden Hünen. Gleich zu Beginn von Ragnarok muss Thor den gleichnamigen Untergang seiner Heimat durch den Feuerdämon Sulfur verhindern. Dabei übersieht er aber die heimliche Rückkehr der Göttin des Todes, Hela. Die von Cate Blanchett schaurig fies verkörperten Schönheit trachtet nach dem Thron Asgards, und holt sich dazu Verstärkung in Form des willensschwachen Skurge, und des Höllenhundes Fenris.

Ich bin ein Gott, holt mich hier raus!

Die mächtige Hela zerstört eigenhändig Thors magischen Hammer Mjolnor, und versetzt ihn und seinen Halbbruder Loki kurzerhand auf den fernen Müllplaneten Sakaar. Dort ist das Wort des Grandmasters (Jeff Goldblum) Gesetzt, und der Gladiatorenkampf gerade sehr angesagt. Diese Popularität verdankt der archaische Sport wohl dem hiesigen Champion, niemand geringerem als dem seit Age of Ultron vermissten Hulk. Der grüne Haudrauf ist vor zwei Jahren mit dem Quinjet hier gestrandet, und genießt seither die Gunst des Grandmasters und hohe Popularität bei der Bevölkerung. Wie es Thor gelingt, den wütenden Koloss zur Vernunft zu bringen, welche Rolle Loki und eine mysteriöse Walküre dabei spielen, und wie es der Gruppe gelingt Sakaar wieder zu verlassen, das erfahrt ihr im Kino.

Die Läuterung des Problem-Avengers

Waititi entledigt sich des überheblichen und geschwollenen Images des stolzen Gottessohnes, und zeigt Thor von seiner zutiefst menschlichen Seite. Ohne seinen mächtigen Hammer, und gegen eine mehr als ebenbürtige Gegnerin muss Thor unsägliche Opfer erbringen, um sein Volk vor der Vernichtung zu retten. Dabei kommt aber auch der Humor nicht zu kurz, von dem sich selbst die Guardians of the Galaxy noch ein Scheibchen abschneiden können. Thor: Tag der Entscheidung ist streckenweise zum Brüllen komisch, und hat mich wirklich blendend unterhalten. Man könnte kritisch hinterfragen, wie Thor angesichts der Schicksalsschläge, die ihm in seinem dritten Film wiederfahren, so locker und gewitzt bleiben kann. Das kann man dem Film aber fast nicht übelnehmen, denn der „neue“ Thor sprüht förmlich vor Sympathie und bietet deutlich mehr Identifikationspotential, als in allen bisherigen Filmen. Überhaupt möchte man den ganzen Film, seine Farben und Figuren am liebsten gleich mit nach Hause nehmen, um sie dort ihre Leichtigkeit und Lebenslust versprühen zu lassen. Diese kunterbunte Opulenz wirkt euphorisierend, wenngleich die digitalen Effekte dieses Mal nicht mit der gewohnten Qualität anderer Marvel-Filme mithalten können.

Fazit zu Thor: Tag der Entscheidung

Thor: Tag der Entscheidung ist ein würdiger Eintrag ins Marvel Cinematic Universe, eine gelungene Feuertaufe für Regie-Rooky Waititi, und eine herrlich erfrischende Actionkomödie. Mit Anleihen aus Planet Hulk und Old King Thor kommen auch Easter-Egg-JägerInnen voll auf ihre Kosten. Einziger Kritikpunkt bleibt der teilweise krasse Spagat zwischen leichter Comedy und tragischen Schicksalsschlägen an einem ansonsten äußerst gelungenen und unterhaltsamen Action-Blockbuster. Und auch der Umstand, dass es Led Zepplins Immigrant Song aus dem Trailer in den finalen Score geschafft hat, verdient dem Film ein paar Extraprozentpunkte.