Resident Evil – Origins Collection (PS4) im Test

von Stefan Hohenwarter 25.01.2016

Nun bekommen Fans und NeueinsteigerInnen mit der Resident Evil – Origins Collection die Möglichkeit, die Anfänge der legendären Survival-Horror-Serie erstmals in einer physischen Sammlung in HD zu genießen. Was ich davon halte, erfahrt ihr in meinem Testbericht.

Resident Evil Origins Collection PackshotFeatures im Überblick:

  • Zurück zu den Wurzeln: Enthüllt die Wahrheit um die Ereignisse in der Spencer-Villa und an Bord des „Ecliptic Express“
  • Komplett überarbeitete Grafik: Brandneue High-Res-Texturen und volle HD-Auflösung auf modernen Konsolen machen das Spiel ansehnlicher als je zuvor, ohne den klassischen Look zu vernachlässigen
  • Vollständig runderneuerte Soundkulisse: Der Horror erschallt erstmals in glasklarem 5.1-Surround Sound – die Gefahr nähert sich auch akustisch von allen Seiten.
  • Brandneuer Wesker-Modus: Erstmals könnt ihr die Ereignisse von Resident Evil 0, die zur ikonischen Spencer-Villa führten, aus der Sicht von Albert Wesker erleben (inkl. spezieller Klamotten und unglaublichen neuen Fähigkeiten)

Resident Evil HD

Resident Evil gelang 1996 etwas, das nur wenigen Spielen gelang: Nämlich ein neues Genre zu definieren und etablieren. Es war der Startschuss des Survival-Horrors in Videospielen, der mit The Evil Within und Resident Evil: Revelations in letzter Zeit wieder etwas mehr im Fokus steht. Interessant ist hierbei, dass neue Genrevertreter nach Dead Space 3 oder Resident Evil 6 die Actionschiene etwas verlassen und sich zur Freude der Fans wieder am rund 20 Jahre alten Gründervater Resident Evil orientieren. Capcom nutzt die Gunst der Stunde und wählte den 20. Jänner 2015 für das HD-Comeback des Kulttitels.

Ich bin ein Fan der ersten Stunde und freute mich deshalb enorm auf Resident Evil HD, aber nach einigen Stunden im Spiel muss ich sagen, dass man manche gute Erinnerungen wohl besser genauso wie sie sind, im Kopf behalten sollte. Ich habe in der Tat ganz vergessen, wie frustrierend die Kamerawechsel, das beschränkte Inventar und die hakelige Steuerung (besonders beim Zielen) waren. Die verbesserte Optik und Akustik sind über alle Zweifel erhaben, aber ich fürchte, dass Resident Evil HD dennoch nur etwas für Hardcore-Fans ist. Der Frustfaktor als auch der für heutige Spiele hohe Schwierigkeitsgrad, der auch mit guten Spielerqualitäten kaum auszubügeln ist, lässt das Spiel für manche sicher schon nach wenigen Minuten zum Alptraum werden. Fans hingegen bekommen genau das, was sie sich erwarten: Nämlich den in Punkto Sound und Optik überarbeiteten Begründer des Survival-Horrors in Videospielen.

Den gesamten Test zu Resident Evil HD lest ihr hier.

Resident Evil 0 Remastered

Ich kannte Resident Evil 0 noch nicht, und weiß auch nicht, wie ich Anno 2002 auf das Spiel reagiert hätte. Heute geht es mir damit aber wie mit einem alten Game-Boy-Spiel. Ich erinnere mich gerne daran zurück, erschaudere aber beim Gedanken an limitiertes Speichern, begrenzte Leben und aus heutiger Sicht umständliche und unkomfortable Bedienung. Absolut unverzeihlich ist für mich aber der völlig unverständliche Verzicht auf eine Lagerkiste, sowie die sinnlosen, weil immer gleichen und nicht deaktivierbaren Ladebildschirme. Auch das ständige Back-Tracking in immer gleichen Schlauch-Levels und ein blasses und uninspiriertes Finale mit einem nichts-sagenden Bösewicht trösten mich nicht über den Umstand, dass Resident Evil 0 an der Aufgabe Survival-Horror in die Neuzeit zu heben, gescheiter ist. Wirklich empfehlen kann ich Resident Evil 0 eigentlich nur sehr eingefleischten Fans des ursprünglichen Survival-Horrors, die nicht vor den Limitierungen damaliger Spielewelten zurückschrecken.

Den gesamten Test zu Resident Evil 0 Remastered lest ihr hier.

Fazit

Für viele Fans geht wohl ein Traum in Erfüllung: Endlich kann man die Anfänge der kultigen Survival-Horror-Reihe in HD und mit 5.1-Surround-Sound erleben. Während Resident Evil HD bereits seit einem Jahr digital erhältlich ist, gesellte sich vor kurzem auch Resident Evil 0 dazu.

Capcom dachte sich nun, man könnt beide Spiele als Bundle auch in physischer Form als Resident Evil – Origins Collection veröffentlichen. Ansich ist das eine gute Sache, doch in diesem speziellen Fall, bin ich etwas kritisch. Der Preis von rund 35 Euro ist fair, doch hätte ich mir von einer Collection, die nur zwei ursprüngliche Digitialtitel enthält, etwas mehr erwartet. Bei Indie-Titeln wie The Binding of Isaac, Terraria und vielen weiteren Spielen, wurde beim phyischen Release ein Mehrwert in Form einer wertigen Verpackung, Booklets, oder sonstigem Fanzeug geschaffen. Die Resident Evil – Origins Collection hingegen serviert euch nur ein Startmenü, das euch zwischen den Spielen wählen lässt. Extras – egal ob digital oder physisch – sucht man vergebens. Schade, hier wäre definitiv mehr möglich gewesen.

Keine Frage! Die beiden Spiele sind Klassiker, die mit limitierten Inventar, einer bedrückenden Stimmung und fixen Kameras, eine tolle Atmosphäre erzeugen, doch muss ich gestehen, dass diese Mechaniken heutzutage nicht mehr alle – vor allem NeueinsteigerInnen – überzeugen werden.

Wertung: 6.5 Pixel

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